3096 Tage – Der Fall Natascha Kampusch [Rezension]

28. September 2010 0 Von Sabiene
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3096 Tage die entführung der natascha kampusch

3096 Tage – Natascha Kampusch

Mitten in Wien wird am hellichten Tag wird die zehnjährige Schülerin Natascha Kampusch in einen Lieferwagen gezerrt und entführt. Der Täter Wolfgang Priklopil, ein schmalbrüstiger, bleicher, psychopathischer junger Mann will sich mit ihr eine Sklavin heranzüchten, an der er seine Großmachtsphantasien ausleben kann.
Aber trotz Folter, Hunger und Schläge, die sie während der nächsten 8 Jahre in einem unterirdischen Verließ erleben muss, will es ihm nicht gelingen.

Denn dieses Mädchen ist stark.
Stärker als er selbst.
Im August 2006 gelingt Natascha spektakulär die Flucht, der Täter entzieht sich seiner Verhaftung durch Selbstmord.

Über diese 3096 Tage hat Natascha nun ein Buch geschrieben.

Natascha Kampusch

Für Natascha Kampusch, Jahrgang 1988 ist es natürlich eine Herkulesaufgabe, sich nach ihren traumatischen Erlebnissen zurück in ein normales Leben zu kämpfen. Inzwischen hat sie ihren Hauptschulabschluss nachgeholt und arbeitet als Schmuckdesignerin. Weiterhin hat sie auf Sri Lanka ein Krankenhaus eröffnet, dass sie aus den Spenden finanzierte, die sie anlässlich ihrer Befreiung erhalten hat.

3096 Tage – Meine Meinung

Ist es Voyeurismus, dies zu lesen?

Vielleicht ein bisschen.

Aber spätestens seit ihrem ersten Fernsehinterview kurze Zeit nach ihrer Selbstbefreiung ist man an dieser jungen Frau und ihrem Schicksal interessiert.

Man fragt sich, wie ein kleines Mädchen eine solche Isolationshaft aushält. Man will wissen, wie sie ihre Zeit verbracht hat, wie ihr Verhältnis zum Täter gewesen sein mag. Und natürlich fragt man sich, nach dem Warum. Was waren wohl die Beweggründe dieses seltsamen Mannes, eine solche unglaubliche Tat zu planen und zu begehen?

Aber was mich beim Lesen dieses Buches am meisten beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass ihr Martyrium noch nicht beendet ist.

Denn die Öffentlichkeit – also wir alle – hat ihre eigenen Mechanismen, um ein Übermaß an gesehenem Leid zu verarbeiten.

Und so schreibt sie in voller Härte:

Die Gesellschaft braucht solche Täter wie Wolfgang Priklopil, um dem Bösen, das in ihr wohnt, ein Gesicht zu geben … „

Der Täter, also ein personifiziertes Böses, lebt nicht mehr. Und so musste sie sich selbst immer wieder mit bestimmten Anfeindungen und Misstrauen auseinander setzen.

Was ich noch aus dem Buch gelernt habe ist die Tatsache, dass man die Komplexität einer solchen Opfer-Täter-Beziehung nicht lapidar mit dem Begriff „Stockholm-Syndrom“ umschreiben kann.

Frau Kampusch ist eine Kämpferin. Wollen wir hoffen, dass sie sich ihren Schneid niemals abkaufen lassen wird.

Wem könnte dieses Buch gefallen?

  • Leser, die den Fall Natascha Kampusch von Anfang an verfolgt haben
  • Leser, die gerne Autobiografien lesen

Für wen wäre dieses Buch eher nicht geeignet?

  • Leser, die Probleme mit dem Leid anderer Menschen haben (das ist nicht unbedingt negativ gemeint)
  • Leser, die an der Angelegenheit rund um Natascha Kampusch berechtigte oder unberechtigte Kritik haben

Bibliografisches

3096 Tage Natascha Kampusch

Bibliografisches zu dem Buch „3096 Tage“

  • Titel: 3096 Tage
  • Autor: Natascha Kampusch
  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 6 (13. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548374263
  • Preis Stand Oktober 2017: 9,99 € (Taschenbuch), 8,99 € (Kindle) 7,99 € (Gebundene Ausgabe), 10,62 € (Audio-CD, gesprochen von Elisabeth Schwarz)
  • Bestelllink Amazon

(Alle Angaben ohne Gewähr)

Der Film 3096 Tage

Im Jahr 2013 kam der gleichnamige Film in die Kinos. Ich habe ihn mir damals angesehen und er hat mich allein von der schauspielerischen Leistung her sehr beeindruckt.

Die DVD gibt es inzwischen bei Amazon, hier der Bestelllink, unter dem ihr auch noch weitere Informationen findet.

Alle Fotos: 3096 Tage – Der Fall Natascha Kampusch [Rezension] ©sabienes.de
Text: 3096 Tage – Der Fall Natascha Kampusch [Rezension] ©sabienes.de

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Zusammenfassung
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Gegenstand
096 Tage - Der Fall Natascha Kampusch [Rezension]
Bewertung
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