Ab die Post und dann Annahme verweigert

12. Dezember 2009 0 Von Sabiene

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ab die post

Antiker Briefkasten

Unter den vielen Eigenschaften, die meine Schwägerin besitzt, stechen im Moment 2 ganz besonders hervor:

1. Sie lebt in einem winzigen Dorf in Oberbayern

2. Sie hat am Sonntag Geburtstag.

Letzteres ist kein Problem, gibt es doch große Briefumschläge, Adressbücher und die Post. Und mit der fängt der Ärger richtig an.

Ab die Post

Ich habe ihr nämlich ein kleines Geschenk besorgt, verpackt und zur Post gebracht.
Natürlich habe ich ordentlich und sauber das Adressfeld ausgefüllt.

2 Tage später steht der Postbote mit dem Päckchen vor meiner Tür: „Annahme verweigert. Adresse unbekannt“

In kleinen, oberbayerischen Dörfern ist es nämlich so: Die Adresse besteht einfach aus dem Namen des jeweiligen Weilers, in diesem Fall ‚Berg‘ (jaa, sehr originell, die Bayern…).
Falls sich jemand mal die Mühe gemacht hat, die Häuser in dem Flecken durchzuzählen, gibt es nach der Ortsbezeichnung noch eine Zahl, somit lautet die Adresse meiner Schwägerin ‚Berg 11‘ (das mit den 11 Häusern ist gelogen).
Danach kommt natürlich eine Postleitzahl und der Name der nächst größeren Gemeinde.
Nun hat dieses Berg seit einigen Monaten tatsächlich Straßennamen erhalten. Und seitdem stellt sich die Post auf stur, wenn man den Brief mit ‚Berg 11‘ beschriftet, statt mit ‚XY-Straße 2‘. In diesem Fall wird das Postgut wieder postwendend an den Absender zurück geschickt.

„… ein Brief muss korrekt adressiert sein, sonst hätte man beim Sortieren zuviel Stress“, erklärte mir mein Briefträger

Der Postbote von Berg kennt meine Schwägerin und weiß genau, wo sie wohnt.

Aber Vorschrift ist Vorschrift. Auch in Oberbayern.

Foto: Alter Briefkasten ©Sabienes.de
Text: Ab die Post und dann Annahme verweigert ©Sabienes.de

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