All you can eat am Hotelbuffet – Oder: Das große Fressen

15. März 2009 0 Von Sabiene

Zuletzt bearbeitet am/vor

all you can eat

Mehr als Essen geht nicht

Jeder, der was auf sich hält sollte einmal in seinem Leben einen Aufenthalt in einem 4-5 Sterne-Hotel mit Frühstück buchen.

Dann kann man nämlich sich morgens am Buffet den Teller mehrfach überhäufen und hernach über das Wesen des Essens meditieren.

Als Kind machte ich mit meinen Eltern Urlaub in einer Familienpension im Allgäu. Da gab es für jeden zwei Brötchen und zwei Scheiben Graubrot, abgepackte Butter und Marmelade und Sonntags ein Ei. Wurst und Käse gab nur in Ausnahmefällen, Obst und Gemüse nie.

All you can eat am Hotelbuffet

Heutzutage gibt es in jedem größeren Hotel eine Frühstücksabfütterung, bei der sich die Tische biegen. (Die einzeige Ausnahme dürfte ein gewisses Hotel in New York sein)

Man findet hier nicht nur die obligatorischen Semmeln, Graubrot und Päckchen mit Aufstrich. Es gibt verschiedene Sorten Eier, Wurst, Schinken, Käse. Für die schlanke Linie findet man Jogurth und Obst. Und der weltgewandte Reisende darf sich an Würstchen und Räucherlachs laben. Man frühstückt natürlich auch Salate und Orangensaft fehlt niemals. Ganz zu schweigen vom Kuchen, der heimlich in Servietten eingewickelt wird und in diversen Handtaschen verschwindet („Bevor die das wegschmeißen!“) Und in Malmö fand ich sogar Ginseng- und Vitamintabletten neben dem Kaffeeautomaten.

Was in einem mittelgroßen Hotel zwischen 7 und 10 Uhr aufgetischt wird, entspricht schätzungsweise dem täglichen Bruttosozialprodukt eines mittelamerikanischen Kleinstaates.

Leistet man sich einen Urlaub mit kompletter Verpflegung landet man bruttosozialprodukttechnisch und wöchentlich gerechnet bei Sri Lanka. Ist es ein All-Inclusive Urlaub dürfte Moldawien in die Rechnung mit eingehen.

Kann man ein Hotelbuffet leer essen?

Wer das alles essen will ist nach den 14 Tagen Jahresurlaub entweder adipös oder bulimisch. Wahrscheinlich sogar beides. Oder man erhält Hausverbot, wie es einmal in einem Hotel im englischen Brighton passiert ist.

Früher, lange vor 5-Sterne Club und Familienpension und der allgemeinen übergroßen Nahrungsfülle war derjenige der Sieger, der innerhalb kürzester Zeit am meisten Kalorien in sich hineinschaufeln konnte. So einer konnte gut arbeiten und überlebte wahrscheinlich auch den strengsten Winter.

Heute müssen wir nicht mehr so viel und hart arbeiten und frieren auch meistens nicht mehr so viel. Ernährungswissenschaftler rechnen damit, dass wir nur noch ein Drittel der Kalorienmenge benötigen, als noch unsere Vorfahren vor 100 Jahren.

Unsere Aufgabe heute besteht darin, auszuwählen, welches Nahrungsmittel uns am besten bekommt und zu bestimmen, welche Menge wir davon zu uns nehmen wollen.

Damit tun wir uns immer noch schwer und es braucht sehr viel Übung und Überwindung.

Die schönsten Hotelanlagen befinden sich unter anderem in Ländern wie Sri Lanka oder Domenikanische Republik. Überwindung würde es für mich bedeuten, wenn ich mich dort als Urlauber nach dem Motto „All you can eat“  über das Buffet hermachen würde.

Foto: All you can eat am Hotelbuffet – Oder: Das große Fressen ©Sabienes.de
Text: All you can eat am Hotelbuffet – Oder: Das große Fressen ©Sabienes.de

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Zusammenfassung:
All you can eat am Hotelbuffet - Oder: Das große Fressen
Titel
All you can eat am Hotelbuffet - Oder: Das große Fressen
Beschreibung
Buffets in Hotels nach dem Motto "All you can eat" fördern das Übergewicht und sind unangemessen gegen über den Verhältnissen
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