Alte Freundinnen aus Schulzeiten sind schwer wiederzufinden

15. Mai 2009 0 Von Sabiene

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FreundinnenWenn man sich als Frau in die Hände einer Suchmaschine begibt, um dort nach alten Freundinnen aus der Schulzeit zu fahnden, ergibt sich einem ein besonderes Problem.

Denn da die meisten Mädels inzwischen verheiratet sind, haben sie andere Nachnamen, als damals in der 5. oder 7. Klasse. (Auch ich bin diesem blödsinnigen Trend gefolgt und habe meinen ‚Mädchen’namen bei der Hochzeit abgelegt. Und eigentlich ist das ja auch wurscht – aber irgendwie unpraktisch.)

Wenn man also nicht einigermaßen weiß, was aus derjenigen geworden ist, mit der mal in einem früheren Leben die Schulbank gedrückt hat, kann einem auch Google nicht viel helfen. Natürlich gibt es für diesen Zweck Portale, so genannte Freunde-Suchmaschinen, aber wenn es da interessant wird, braucht man die Premium-Mitgliedschaft und die kostet.

Einer Eingebung zur Folge gab ich heute bei Google den Namen einer Schulfreundin ein, mit der ich in Hamburg zusammen war. Ich glaube, ich war 17, als ich das letzte Mal etwas von ihr gehört habe.

Und tatsächlich: sie ist im Internet unter ihrem Mädchennamen zu finden, denn sie ist immer noch unverheiratet. Und aus ihr ist richtig was geworden: Medizin studiert, Karriere gemacht, Bücher geschrieben, Landesärztekammer usw. . Sogar auf einem Foto, dass ich von ihr gefunden habe, macht sie richtig was her!

Früher war sie eher nicht hübsch, hatte keinen Freund, durfte aber dafür die BRAVO lesen, womit sie mir einiges voraus hatte. Wenn ich nett zu ihr war, schenkte sie mir sogar mal ein Poster von irgendeinem der damaligen Helden.

Sie litt ein wenig unter der Scheidung ihrer Eltern, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie nicht in dieser Enge lebte, die ich um mich herum hatte. Und sie hatte eindeutig die besseren Noten, trotz BRAVO und Scheidungskind. Wahrscheinlich war sie damals schon intelligent, aber wen interessiert das schon mit 14?

Naja, nun ist sie Ärztin und ich kann mit nichts dagegen halten. Mein Lebensweg war vielleicht in der Jugend etwas aufgeregter und wilder als ihrer. Aber zum Angeben sind die Geschichten nicht interessant genug, schließlich war ich keine Uschi Obermaier. Ich habe einen Beruf erlernt, sogar 3 oder 4 Berufe. Sie hat noch ein Betriebswirtschaftsstudium an die Medizin gehängt.

Wahrscheinlich geht sie in ihrer Freizeit golfen, spielt Tennis und fährt im Winter Ski. Ich mache mal dies, mal jenes und arbeite viel.

Warum sie nie eine Familie gegründet hat, weiß ich natürlich nicht. Wahrscheinlich hat es sich nie ergeben.

Ich bin nun bald 22 Jahre verheiratet, habe mit meinem Mann 2 prächtige Söhne groß gezogen. Unter Umständen würde sie dieses Lebenskonzept für sich selbst nicht in Erwägung gezogen haben und wenn, dann würde sie dies niemals zugeben.

Aber ich finde, was ich mit meinem Mann geschaffen habe, kann sich sehen lassen!

Unsere Lebenskurven haben sich für eine Zeitlang tangiert und gingen dann in ganz verschiedene Richtungen weiter.

Dennoch hat es mich gefreut, mal was von ihr zu hören, bzw. zu lesen.

Foto: Freundinnen ©Sabienes
Text: Freundinnen ©Sabienes

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