Frostschäden im Garten – Diese eine grausam-kalte Nacht im April 2017

27. April 2017 4 Von Sabiene

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frostschäden

Frostschäden mitten im April

Normalerweise habe ich auf Grund meiner Herkunft wenig Einblick in die Sorgen und Nöte der Bauern und Winzer.
Ich bin nämlich ein leidenschaftlicher Verfechter des Klischees, dass Landwirte immer jammern. Und am liebsten über schicksalshafte Wetterverhältnisse.

Aber nun bin ich selbst betroffen, obwohl ich außer dem nicht-gewerbsmäßigen Anbau von Schnittlauch keine Landwirtschaft betreibe.

Denn auch ich habe nun Frostschäden in meinem Garten!

Frostige Aprilnächte

Die Nacht um den 20. April 2017 herum hatte es in sich. Vielerorts sanken die Temperaturen in den Minusbereich und es herrschte sogar bei uns am milden Untermain ein fast schon klirrender Frost.

Eigentlich sind solche Temperaturschwankungen im April nicht ungewöhnlich. Aber blöderweise war es davor im März bereits außergewöhnlich warm.
Herr Trump nennt sowas ja Wetter, ich nenne es Klimaveränderung, wenn es in unseren Breitengraden vor Ostern an die 20°C hat.
Die Pflanzen sind bei diesen fast schon frühsommerlichen Temperaturen wie verrückt aus der Erde geschossen. Die Folge davon war, dass sich die empfindlicheren Sorten dann in der kalten Aprilnacht Frostschäden zugezogen haben.

frostschäden am maulbeerbaum

Kein schöner Anblick: Maulbeerbaum mit Frostschäden

Meinen Kübelpflanzen haben diese Nachtfröste nicht geschadet, weil sie geschützt an der Hauswand standen. Die schlimmsten Schäden fand ich hingegen an Pflanzen, die mitten im Garten wachsen.
Ganz tragisch hat es unseren Maulbeerbaum erwischt; diesen Exoten hegen und pflegen wir stolz seit dem letzten Sommer. Eine Hortensie sieht gar nicht gut aus und der Schmetterlingsflieder lässt auch ein paar Zweige hängen.

hortensie mit frostschäden

Diese Hortensie wollte eigentlich bald mit dem Blühen anfangen

Frostschäden im Garten – Was tun?

Das ist ein Trauerspiel, aber was kann man dagegen tun?

Am besten ist es natürlich, wenn man es gar nicht so weit kommen lässt.
Zum Beispiel könnte man die Kübelpflanzen in ein Gewächshaus mit Zusatzheizung stellen. Bei bekannten Baumärkten, wie der Baywa gibt es diese in jeder Größe und für jeden Geldbeutel. Oder man wickelt sie noch einmal kurzfristig in ein Wintervlies ein.
Aber wie schon gesagt: Diese Pflanzen haben ja alles gut überstanden.

Beetpflanzen, zum Beispiel Erdbeeren kann man mit einem Vlies, Reisig oder Stroh abdecken, um sie vor Frost zu schützen.

Bei Bäumen und Gehölzen wird es schon etwas schwieriger.
In vielen Gegenden haben die Obstbauern ihre Bäume mit Wasser beregnet. Die so entstandene Eisschicht schützte die Blüten dann vor Frostschäden. Andere haben tausende von Kerzen in ihre Obst- und Weingärten aufgestellt.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich ein solcher Aufwand für einen Kleingarten mit ein paar Stauden und einem Kirschlorbeer lohnt.
Mein Lieblingsgärtner riet mir, die braunen, abgestorbenen Pflanzenteile nicht gleich abzuschneiden, sondern erst mal warten, ob und wo die Pflanze doch noch austreibt.
Und um Stress zu vermeiden, soll ich sie nun ausreichend gießen, besonders, wenn mittags die Sonne warm scheint.

Wetterbericht

Ein probates Mittel gegen Frostschäden aller Art wäre es aber auch, aufmerksam den Wetterbericht zu studieren. So spricht zumindest der Gartenzwerg, der alte Besserwisser.

Und ehrlich gesagt war das mein Fehler. Dass da draußen irgendwas nicht stimmen kann, habe ich erst gemerkt, als ich am Morgen den Nachbar beobachtet habe, wie er seine Windschutzscheibe freigekratzt hat.

Und da war es bereits zu spät.

Alle Fotos: Frostschäden im Garten ©sabienes.de
Text: Frostschäden im Garten – Eine grausam-kalte Nacht im April 2017 ©sabienes.de

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