Käferplage Obernburg – Boxermotoren in der Römerstadt

27. März 2009 Aus Von Sabiene
Blauer VW Käfer und die käferplage obernburg

Ich liebe den VW Käfer

In meinem Wohnort findet am Sonntag anlässlich des Frühlingsmarktes die Aktion Käferplage Obernburg (weitere Infos) statt.

Dies ist mir ein willkommener Anlass, meine tiefe Liebe zu diesem Ur-Auto zu bekunden.

Ich liebe den VW Käfer

Das erste Auto, an dass ich mich erinnern kann, als Kind darin gesessen zu haben, war ein VW Käfer.

Mein erstes eigenes Auto war natürlich auch einer, ich hatte insgesamt zwei Stück, die ich insgesamt vier Jahre (von TÜV zu TÜV) gefahren habe.

Natürlich erkannte man Anfang der 80er diverse Vor- und Nachteile an einem solchen Gerät.

Es galt als spießbürgerlich, einen Käfer zu fahren. Die wahren Alternativen, Linken, Ökos, wie auch immer fuhren eine Ente (2CV) oder einen Kasten-Renault (R4). Diese waren hoffnungslos überteuert und angerostet, aber hip. Dafür bat einem der Käfer viel Fläche für die angesagtesten Aufkleber dieser Zeit! Mit dabei war bei mir natürlich das damals obligate „Atomkraft Nein Danke“, sowie etliches anderes klebende Zeug, mit dem ich meiner Umwelt meine werte Meinung darlegen konnte. Besonders stolz war ich auf einen Aufkleber, der einem TÜV-Stempel nachempfunden war. Allerdings war dort zu lesen: Bis 1979 Gesinnungsgeprüft (naja, die Achtziger…). Dies erweckte an der Grenze zu Österreich gerne mal ein wenig Unmut.

VW Käfer – Die Spritschleuder!

Außerdem verbrauchte so ein VW schon für die damaligen Zeiten viel Sprit! Unter 12-13 Liter kam ich auch bei sparsamster Fahrweise nicht. Dafür hatte man sonst kaum hohe Kosten. Für 1.000 – 1.500 DM war man bis zur nächsten Hauptuntersuchung bei dem Fahrspaß dabei; jede Reparatur, sei es nun ein Kabelbrand oder Winterreifen kostete nicht mehr als 100 DM. Und vor allen Dingen fand man an jeder besseren Ecke dieser Welt einen Mechaniker, der sich mit einem Käfer auskannte und einem weiterhelfen konnte.

Natürlich war man im Käfer nicht besonders schnell, hatte man die Gelegenheit auf der Überholspur einem BMW-Fahrer die Tränen in die Augen zu treiben. Und im Winter bei einer Fahrt über schneebedeckte Berge war man der absolute König!

Die Heizung und die Lüftung waren beim Käfer das größte Problem. Die Lüftung bestand de facto nur aus 2 Klappfenstern vorne, die sich auch wunderbar für das Entsorgung von Kippen eigneten (jaja, die Umwelt…), sowie als Einbruchhilfe, wenn man mal wieder den Schlüssel im verschlossenen Auto hat stecken lassen. Im Winter hatte man die sensationelle Gelegenheit, seine Handschuhe und den dicken Steppmantel aufzutragen.

Gerne wurde beim Käfer kritisiert, dass man besonders wegen des nur angedeuteten Kofferraums wenig Platz hätte.

Wenig Platz? Alles Lüge!

Ich habe mit meinem VW etliche Umzüge gemeistert, ich bin in Urlaub gefahren (allein oder mit mehreren Leuten, die längste Fahrt, die ich im Käfer eines Freundes mitgemacht habe, war ein Trip nach Monaco samt Campingausrüstung!) und einmal darin übernachtet. Geht alles!

Es ist von Menschen niemals ein besseres Auto gebaut worden, als der VW Käfer.

Der Käfer war ein Auto mit Seele!

Als ich meinen ersten Käfer zum Verschrotten fahren musste, verklemmte sich während der Fahrt die Hupe. Der Dauerton hörte sich an, wie ein weinendes Walross. Und so begleitete ich mein liebes Auto auf seinem letzten Weg in die Presse.

Foto: Käferplage Obernburg – Boxermotoren in der Römerstadt ©Sabienes.de
Text: Käferplage Obernburg – Boxermotoren in der Römerstadt ©Sabienes.de

Zusammenfassung:
Käferplage Obernburg - Boxermotoren in der Römerstadt
Titel
Käferplage Obernburg - Boxermotoren in der Römerstadt
Beschreibung
Nostalgische Gefühle bei der Oldtimer Veranstaltung Käferplage Obernburg, besonders wenn man in seiner Jugend einen VW Käfer gefahren hat
Autor