Mythos Weihnachten – Von Midwinter bis zu Christi Geburt

8. Dezember 2012 37 Von Sabiene

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mythos weihnachten

Mythos Weihnachten – Was ist da dran?

Alle Jahre und jenseits aller guten Vorsätze begeben wir uns spätestens Ende November in den Weihnachtsrausch.
Wir planen, backen, basteln, dekorieren, kochen und kaufen, wie die Verrückten und als gäbe es kein Morgen mehr.

Aber was hat das eigentlich mit Weihnachten zu tun? Und was steckt hinter dem Mythos Weihnachten überhaupt?

Der Mythos Weihnachten

Wie ist Weihnachten entstanden, warum feiern wir dieses Fest und wie hat man früher Weihnachten gefeiert?

Weihnachten, ein christliches Fest überzieht mit seinem Zimtsterngeruch und seinem Klingelingeling die ganze Welt und manchmal sogar religionsübergreifend. Aber was hat dieses Fest der Feste überhaupt mit dem Christentum zu tun?

Weihnachten und Christi Geburt

Auch wenn es uns nicht passt: Jesus wurde mitnichten am 24. Dezember um 18.00 Uhr als Christkind geboren.

Zeitzeugen legen den Tag seiner Geburt irgendwo in den März. Und man kann diesen Zeitpunkt sogar an Hand von geschichtlichen und astronomischen Daten relativ gut belegen. Obwohl dieses Ereignis einer Niederkunft in einem Tierpferch damals noch relativ unspektakulär gehandhabt wurde.

Die Frühkirche machte sich um den Geburtstag Jesus‘ auch noch keine großen Gedanken, denn sie hatte ganz andere Probleme.
Allerdings bestimmte dann im 3. Jahrhundert die Armenische Kirche Epiphanias, also den 6. Januar (Heilige Drei Könige) zum offiziellen Tag der Geburt Christi.
Wenn wir in der westlichen Welt am 24. oder 25. Dezember Weihnachten feiern, geht dies auf die Feiern zur Wintersonnenwende (Midwinter oder Jul) unserer kelto-germanischen Vorfahren zurück.

Weihnachten oder Midwinter?

An Midwinter wurde die Rückkehr der Sonne mit ihrem lebensspendenden Licht groß gefeiert. Denn dies war in der dunkelsten aller Nächte immer wieder ein spannendes Ereignis – besonders in Mittel- und Nordeuropa. Wird es jemals wieder hell und warm werden? Wird die Natur wieder erwachen oder werden wir mangels Nahrung verhungern?
Mit der Wintersonnenwende kehrte für die Menschen ein Stück Hoffnung zurück.

Die römische Kirche übernahm in ihrem Pragmatismus diesen Zeitpunkt, um die Geburt Christi, dem Licht- und Heilsbringer der Welt, zu begehen. Aber im Vergleich zu heute wurde dies noch nicht so groß gefeiert. Allerdings war es früher üblich, dass im Winter kriegerische Auseinandersetzungen ruhten. Die zwangsverpflichteten Soldaten durften (sofern noch am Leben) nach Hause zurückkehren. Sie brachten an Weihnachten Geschichten mit und auch kleinere Geschenke auf fremden Gegenden. Naja, und manches zerissene Hemd dürfte auch dabei gewesen sein.

Im tiefsten Winter wurden auch viele der verderblichen Vorräte aufgefuttert. Das große Weihnachtsmenü ward geboren.

Die heidnische Seite vom Mythos Weihnachten

Bräuche, wie das Aufstellen von Weihnachtsbäumen, Geschenken, Mistelzweigen, Stechpalmen und sogar Plätzchenbacken sind ihrem Ursprung nach allesamt heidnisch. Sie wurden jahrhundertelang von der Kirche als „fleischliche Extravaganz und Ausgelassenheit“ verteufelt.  

So beklagte ein verbitterter Kirchenmann namens Polydor Virgil im 16. Jahrhundert:

“Tänze, Maskeraden, Mummenschänze, Bühnenstücke und andere solche Störungen des Weihnachtsfestes, leiten sich von Saturnalien und Bacchanalen ab; deshalb sollten alle frommen Christen sie auf ewig verabscheuen.“

Aber durchsetzen konnten sich die frommen Männer auf die Dauer nicht.

Wenn man sich vor Augen führt, mit welchem Aufwand heutzutage mancherorts Weihnachten begangen wird, ist man von  Saturnalien und Bacchanalen nicht mehr weit entfernt. Und irgendwie wünsche ich mir manchmal ein ganz einfaches Fest zur Wintersonnenwende.


Zu diesem Artikel

Dieser Artikel entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggeradventskalenders. Die beiden Initiatorinnen dieser Aktion bloggen nicht mehr oder nicht mehr in dem Maße. Weil ich aber den Artikel für einigermaßen interessant halte, habe ich ihn umgeschrieben und neu aufgehübscht.

Das 8. Türchen dieses Adventskalenders habe ich damals gemeinsam mit der Bloggerin Karin von Monstermeute & Zeuchs gestaltet. Ihren witzigen Beitrag möchte ich euch nicht vorenthalten, ihr findet ihn samt Fotostory hier.

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Alle Fotos: Mythos Weihnachten – Von Midwinter bis zu Christi Geburt ©Sabienes.de
Text: Mythos Weihnachten – Von Midwinter bis zu Christi Geburt ©Sabienes.de

Mythos Weihnachten - Von Midwinter bis zu Christi Geburt

Zusammenfassung:
Mythos Weihnachten - Von Midwinter bis zu Christi Geburt
Titel
Mythos Weihnachten - Von Midwinter bis zu Christi Geburt
Beschreibung
Woher stammt der Mythos Weihnachten und was haben Kaufrausch, Plätzchen und Weihnachtsfeiern mit der Geburt von Jesus Christus zu tun?
Autor