Nachhaltiges Reisen. Wie funktioniert das? – Sieben einfache Tipps

8. Juli 2019 11 Von Sabiene
nachhaltiges reisen

Nachhaltiges Reisen – nicht nur für eingeschworenes Ökos ein wichtiges Thema!

Nachhaltiges Reisen ist spätestens seit den Aktionen von Greta Thunberg und der internationalen Bewegung „Fridays for Future“ wieder in unser Bewusstsein gerückt. Davor hatten wir uns vielleicht mit dem Prinzip des „sanften Tourismus“ beschäftigt. Und zwischendurch haben wir es schlicht ignoriert. Denn billige Flugreisen und komfortable Kreuzfahrten sind immernoch viel zu verlockend.

Beim nachhaltigen Reisen geht es um den ökologischen Fußabdruck, den wir automatisch hinterlassen, wenn wir unterwegs sind. Also auch um den CO2-Fußabdruck, also das Kohlenstoffdioxid, dass für unseren Traumurlaub in die Luft geschleudert wird.
Und in Anbetracht der drohenden Klimakatastrophe und der allgemeinen Vermüllung der Erde müssen wir uns einmal mit diesem Thema beschäftigen.

Wahrscheinlich bin ich mit diesem Artikel schon zu spät. Denn mit Sicherheit habt ihr euren Urlaub bereits gebucht oder befindet euch mitten drin. Aber das macht ja nichts, ihr werdet ja (hoffentlich) auch im nächsten Jahr verreisen.

Nachhaltiges Reisen – Fünf Tipps für einen sanften Tourismus

Mir geht es mit diesem Artikel nicht darum, euch euren wohlverdienten Urlaub zu vermiesen. Dafür reise ich selber viel zu gerne.
Mir geht es hier um Bewusstwerdung und ich will euch anstiften, den ein oder anderen Tipp in Erwägung zu ziehen oder vielleicht sogar umzusetzen.

Tipp 1: Auf Flugreisen verzichten

Machen wir uns nichts vor: Flugzeuge sind die größten Dreckschleudern, ganz dicht gefolgt (oder vielleicht sogar überholt?) von Kreuzfahrtschiffen. Hingegen bieten Bahnreisen die klimaneutralste Art, um von A nach B zu kommen. Zugegeben können wir in einer modernen Welt nicht ganz auf den Flieger verzichten. Aber gerade auf Kurzstrecken ist der Zeitgewinn einer Flugreise fraglich. Der einzige Haken an der Sache ist aber leider der, das Flugreisen meist deutlich billiger, als Bahnreisen sind.
Das ist eigentlich eine riesige Sauerei.

Warum das so ist, könnt ihr in diesem Video lernen:

Tipp 2: Es muss nicht immer All Inclusive sein

Das gilt für Kreuzfahrten, wie auch für Hotelanlagen: Der Gast verlässt sein Urlaubsressort kaum noch und wird auf dem Schiff oder im Hotel abgefüllt und bespaßt bis oben hin. Die Menge der Lebensmittel, die für ein durchschnittliches Buffet verwurschelt wird, ist grotesk hoch. Genauso wie die Menge der Lebensmittel, die danach ungegessen im Müll landet.
Der wirtschaftliche Nutzen für die einheimische Wirtschaft ist dabei nur gering. Die Hotelkonzerne gehören meistens ausländischen Investoren und zahlen im Urlaubsland kaum Steuern. Die Mitarbeiter verdienen Hungerlöhne und die touristischen Gäste verbrauchen Wasser und sonstige Ressourcen.
Das gleiche gilt auch für Kreuzfahrtschiffe. Das Geld, was die Gäste auf einem Landausflug in Venedig oder Dubrovnik lassen, ist relativ wenig.

Alternative: Vermeidet Touristen-Ghettos und bucht lieber in einem örtlichen Hotel oder Ferienwohnung. Begnügt euch maximal mit Halbpension und sucht euch für euren Mittagssnack eine örtliche Bodega, Taverna, Kneipe oder so. In vielen Ländern gibt es auch Bio-Hotels (und Bio-Restaurants, Bio-Läden).
Vielleicht wäre das mal was für euch.

Tipp 3: Fernreisen vermeiden

Bali – supertoll!
DomRep – das Meer!
Namibia – Selbstfindung in der Wüste!

Logisch: Fernreisen sind immer eine tolle Erfahrung! Aber mit meinem Tipp folgt ihr sogar einem der diesjährigen Reisetrends. Er lautet: Weg von den ganz fernen Ländern und im nahen Europa urlauben. Niederlande, Dänemark, Elsass sind von Deutschland nicht so weit weg. Und wenn ihr meine Artikel über die Zwölf außergewöhnlichen Reiseziele gelesen habt, wisst ihr, dass man auch in Liechtenstein und San Marino sehr viel Ruhe genießen könnte.

Der Vorteil ist, dass ihr damit wahrscheinlich automatisch meinen Tipp 1 und Tipp 2 erfüllen könnt: Ohne Flugzeug unterwegs und kein All-Inklusive!

Nachhaltiges Reisen - 7 Tipps für einen sanften Tourismus, der die Umwelt schont

Tipp 4: Müll vermeiden

In fremden Ländern sollte das gleiche gelten, wie auch zu Hause. Also: nehmt euch eine Einkaufstasche zum Shoppen mit, vermeidet To-Go-Becher und Plastikflaschen. Ihr solltet auch vorsichtig mit Klamotten sein. Gerade in der Türkei bekommt man gerne Markenfälschungen angedreht. Und die habt ihr dann zuhause nach dem Waschen im Müll.

Alle Reisedokumente und Reiseführer solltet ihr digitalisiert dabei haben – so weit es vernünftig ist.

In vielen Ländern gibt es keine vernünftige Mülltrennung oder -entsorgung. Überlegt, ob ihr die leere Shampooflasche nicht zuhause entsorgen solltet.

Tipp 5: Nachhaltigkeit im Hotel

Die meisten Hotels in südlichen Ländern haben die Klimaanlage auf Anschlag eingestellt. Aber wenn ihr sowieso den ganzen Tag nicht auf dem Zimmer seid, könntet ihr sie ausstellen oder wenigstens zurückregeln. Das spart nicht nur Strom, auch ihr selbst lebt viel gesünder.
In vielen Hotels gibt es im Bad kleine Plastikpröbchen mit Duschgel und anderem Zeug. Wenn ihr diese Produkte nicht unbedingt braucht, dann lasst sie stehen. Denn sie bestehen hauptsächlich aus Plastikmüll.
Man muss auch nicht täglich sein Handtuch wechseln, nur weil man gerade im Hotel wohnt. Denn daheim macht ihr das ja auch nicht, oder? In vielen südlichen Ländern gibt es oft eine extreme Wasserknappheit, darauf solltet ihr auch beim Duschen Rücksicht nehmen.

Tipp 6: Braucht ihr wirklich einen Leihwagen?

Wir mieten uns auch gerne einen Leihwagen, aber manchmal können wir auch darauf verzichten. Eine Fahrt mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln ist im Urlaub immer ein Zugewinn und Wandern oder Fahrradfahren sowieso. Ein Verzicht auf einen Leihwagen bedeutet nicht nur nachhaltiges Reisen. Ihr spart euch auch die teils dragonischen Strafen für falsches Parken oder zu schnelles Fahren, die euch im Ausland blühen.

Tipp 7: Benehmt euch!

Es ist immernoch so: viele Urlauber benehmen sich in der Fremde wie die Axt im Wald. Und das sind nicht nur deutsche Touristen!
Macht euch mit den Eigenheiten des Reiseziels vertraut, lernt etwas über die Kultur und über die Fettnäpfchen, die dort auf euch warten könnten. Keine Sprache ist so schwer, als das man nicht ein paar Wörter, wie „Bitte“ oder „Danke“ lernen könnte. Geht mit einem Lächeln durch das fremde Land, seid nett und höflich.

Aber wem sage ich das. Das macht ihr doch sowieso. 

Ist es sehr teuer, nachhaltig zu verreisen?

Wahrscheinlich ist es immer so, dass nachhaltiges Leben etwas teurer ist. Und mitunter ein wenig umständlicher, weil man sich um mehr Einzelheiten kümmern muss. Letztendlich zahlen wir aber alle drauf, wenn wir unser Verhalten nicht ändern. Und wenn nicht wir, dann unsere Kinder.

Für ein nachhaltiges Verhalten oder nachhaltiges Reisen muss man kein Bio-Freak sein oder die Grünen wählen. Es genügt ein Blick in unsere Umgebung.


Was habe ich noch vergessen? Habt ihr noch andere Tipps für mich? Erzählt es mir!


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Alle Fotos: Nachhaltiges Reisen. Wie funktioniert das? – Sieben einfache Tipps ©sabienes.de
Text: Nachhaltiges Reisen. Wie funktioniert das? – Sieben einfache Tipps ©sabienes.de

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Zusammenfassung:
Nachhaltiges Reisen. Wie funktioniert das? - Sieben einfache Tipps
Titel
Nachhaltiges Reisen. Wie funktioniert das? - Sieben einfache Tipps
Beschreibung
Nachhaltiges Reisen - was bedeutet das? Welche Länder, welche Fortbewegungsmittel sind CO2neutral? Und was muss ich am Urlaubsort beachten?
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