NSU-Prozess in München und die schlechte Planung

30. März 2013 Aus Von Sabiene
Blaue Stühle fehlen beim NSU-Prozess in München

Keine Stühle beim NSU-Prozess

Zugebenermaßen ist dies nun kein passendes Thema für den Ostersamstag.

Aber dieser gottverdammte NSU-Prozess war für mich neben dem schlechten Wetter der Aufreger der letzten Woche.

NSU-Prozess

Am Oberlandesgericht München sollen demnächst der Prozess gegen die Mitglieder der neofaschistischen Gruppierung NSU starten, bei denen es um rechtsextremistisch motivierte Morde unter anderem an Türken gehen wird.

Klar, dass solche Verhandlungen ein internationales Interesse finden werden. Und auch klar, dass man besonders in der Türkei auf Deutschland, bzw. München blicken wird.

Oberlandesgericht München

Blöd, undiplomatisch und äußerst ungeschickt ist es in diesem Zusammenhang natürlich, wenn das Oberlandesgericht München die Platzverteilung für die Presse so organisiert, dass für die türkische Journalisten keine Stühle mehr übrig bleiben.
Man könnte sich nun überlegen, ob dies von den Veranstaltern so gewollt gewesen ist.
Denn es besteht nicht mal die Möglichkeit, dass Vertreter der großen deutschen Medienanstalten, wie ARD und ZDF ein paar ihrer Plätze an türkische oder andere internationale Medien abtreten.

Hätte der Hausmeister des Oberlandesgerichts mit den Journalisten das beliebte Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“ gespielt, würde die hier praktizierte Sitzverteilung nicht wesentlich mehr in die Diskussion stehen.

Obwohl ich nicht zu übermäßigem Patriotismus neige, wäre ich auf ein Land, in dem ein Prozess um die Ermordung meiner Landsleute dermaßen gehandhabt wird, ziemlich sauer.

Klappstuhl

Ich kenne eine Frau, die es an Weihnachten niemals pünktlich in die Christmette geschafft hat.
Deswegen nahm sie immer für sich und ihre Enkelkinder ein paar Klappstühle mit und stellte diese ganz vorne am Altar des überfüllten Gotteshauses auf – sehr zur Belustigung des Pfarrers und der anderen Kirchenbesucher.

Könnte man nicht einfach ein paar Klappstühle „ausgraben“ und damit die fehlenden Plätze in den Räumen des Oberlandesgericht aufstellen?

Mit ein bisschen gutem Willen sollte dies doch möglich sein, oder?

Foto: NSU-Prozess in München und die schlechte Planung ©Sabienes.de
Text: NSU-Prozess in München und die schlechte Planung ©Sabienes.de

Zusammenfassung:
NSU-Prozess in München und die schlechte Planung
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NSU-Prozess in München und die schlechte Planung
Beschreibung
Bei dem NSU-Prozess am Oberlandesgericht in München gibt es keinen Platz für alle türkische und internationale Medienvertreter
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