Something in the Water – Ein Thriller von Catherine Steadman

22. August 2019 4 Von Sabiene
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Something in the Water – Ein unblutiger Psychothriller und die Entdeckung des Jahres

Sie sind smart, gut aussehend und schwer verliebt. Das gemeinsame Glück von Erin und Mark scheint perfekt. Der einzige Wermutstropfen ist der Umstand, dass Mark gerade seinen Job als Investmentbanker verloren hat. Und Erin hofft mit einer Reportage über Häftlinge auf ihren Durchbruch als Dokumentarfilmerin.
Während ihrer Flitterwochen wollen sie es sich aber einmal so richtig gutgehen lassen. Und das Idyll in einem Luxusresort auf Bora Bora ist wie dafür geschaffen. 
Eines Tages entdecken sie während einer Bootstour eine Reisetasche im Wasser. Niemand scheint sie zu gehören und trotz aller Bedenken schauen sie nach, was sich darin befindet.
Das hätten sie vielleicht nicht tun sollen.
Denn der Besitzer wartet schon dringlichst auf den Inhalt. Und im Leben von Erin und Mark wird nichts mehr so sein, wie es früher einmal war.

Catherine Steadman

Catherine Steadman, Jahrgang 1987 könnte einigen von euch in der Rolle der Mabel Lane Fox in der Serie Downtown Abbey bekannt sein. Für ihren 2018 bei Simon & Schuster UK erschienenen Debutroman Something in the Water heimste sie sich gleich den Goodreads Choice Awards Best Debut Goodreads Author ein, eine Auszeichnung für Debutautoren.
Catherine Steadman lebt mit Mann und Hund im Norden von London.

Something in the Water – Meine Meinung

Dieses Buch wurde von Anfang an hochgelobt. Reese Witherspoon, die – wen wundert es nicht – einen Buchclub namens „Hello Sunshine“ führt, befand darüber öffentlich:

„Something in the Water hat mich sofort gepackt. Die perfekte Strandlektüre!“

Im deutschsprachigen Raum hat sich der Piper Verlag eine ordentliche Werbekampagne einfallen lassen. Und so erhielt ich dieses Buch als kostenloses Leseexemplar.
Wenn über ein Werk ein solches Bohei veranstaltet wird, bin ich von vorneherein schon mal kritisch.

Das Grab

Im ersten Kapitel erfährt der erwartungsfrohe Leser, wie man ein Grab aushebt. Man ahnt, dass es sich hierbei um die Protagonistin Erin handelt. Und man hofft und fürchtet zugleich, dass dies eine vorgezogene Handlung ist.
Dabei werdet ihr einige wertvolle Ratschläge erhalten, falls ihr auch einmal eine Leiche verbuddeln wollt.
Aber warum gräbt sie? Und wer soll in dem Erdloch verschwinden?

Erin und Mark

Erin und Mark sind ein allzu schönes Paar. Sie leben im Swinging London recht komfortabel, haben nette Freunde und lieben sich. Leider muss die Hochzeit etwas kleiner als geplant ausfallen, weil Mark ja plötzlich arbeitslos geworden ist. Wäre aus dieser Situation nicht ein hässlicher Streit entstanden, hätte ich das Buch als unrealistische Liebesschnulze weggelegt.
Aber uns Lesern wird ja Something in the Water versprochen.

Zwischendurch dreht Erin noch zwei Reportagen zum Thema „Häftlinge nach ihrer Entlassung“ mit leichter Hand ab. Die dritte und wichtigste Reportage muss bis nach den Flitterwochen warten.

Something in the Water

Das Hotelresort auf Bora Bora bietet alles, was das frischverheiratete Flitterwochenherz begehrt. Und wenn Erin und Mark einmal die Finger voneinander lassen können, gehen sie tauchen.
Zu diesem Thema findet sich im inneren Buchumschlag ein Zitat von Erin:

„Es geht nicht darum, dass ich Angst vor dem Ertrinken oder vor dem Wasser oder so etwas hätte. Was ich wirklich fürchte, ist diese blinde Panik …“

Und dieses Zitat führt uns Leser auf eine ganz falsche Fährte! Ich will hier nicht weiter vorgreifen, aber Erin hat eigentlich vor gar nichts Angst.
Das zeigt sich aber erst, nachdem die besagte Tasche gefunden wurde.

Seewurf oder Seetrift (in the Water)

In diesem Buch lernt der geneigte Leser nicht nur etwas über die Dimensionen, die ein Grab haben sollte. Auch der Unterschied zwischen Seewurf und Seetrift wird erklärt. Einen Seewurf darf der Finder behalten, ein Seetrift ist nur aus Versehen ins Wasser gefallen.
Später werden wir noch etwas über die Vor- und Nachteile einer Glock erfahren.

Der Showdown (out of the Water)

Nachdem die Geschichte so ein bisschen nett dahindümpelt, wird es kurz vor der Mitte des Buches richtig spannend.
Richtig!
Wir erleben hier eine forsche Erin, einen zögerlichen, memmenhaften Mark auf der einen Seite. Auf der anderen Seite eine kriminelle Organisation, die vor keinem Mittel zurückschreckt.
Wie kann man einer solchen Situation entkommen, ohne dabei sein Leben und eine Million Dollar zu verlieren?

Dieser Frage gehen wir bis zum Schluss nach. Und den Lösungsweg, den Erin dabei einschlägt lässt vermuten, dass diese niedliche, liebe, blonde junge Frau mit allen Wassern gewaschen zu sein scheint.

Something in the Water – Mein Fazit

Ich weiß nicht, ob ein gelernter Literat den Psychothriller Something in the Water als ausgeprochen gut bezeichnen würde. Aber einen gewissen Überraschungsmoment wird er diesem Werk nicht aberkennen können.
Wer sich also während der ersten Kapitel ein wenig gelangweilt hat, wird spätestens auf Bora Bora aufwachen. Die Wendung, die ab diesem Moment die Erzählung nimmt, ist völlig unerwartet, aber irgendwie pfiffig.

Leider lässt Erin mit der Geburt ihres neuen Ichs auch einige früheren Freunde hinter sich. Dies finde ich manchmal ein wenig schlampig, wenn Personen, die zu Beginn als wichtig eingestuft werden, plötzlich nicht mehr auftauchen. Die Koalitionen, die sie aber im Fortgang eingeht, haben ein gewisses Potential. Und vielleicht kommt  Catherine Steadman auf die glorreiche Idee, dies als Basis für weitere Thriller zu verwenden.

Unterm Strich handelt es sich hier wirklich um einen gut erzählten und stellenweise sehr spannenden Thriller, den ihr nicht nur am Strand oder am Liegestuhl verschlingen werdet.

Minuspunkt

Einen dicken Minuspunkt erhält dieses Buch aber wegen des anglizistischen Titels. Ist dem Lektorat nichts besseres eingefallen? Der Untertitel Im Sog des Verbrechens macht es auch nicht mehr wett. Denn irgendwie erinnert mich diese Floskel an Aktenzeichen XY.

Wem könnte dieses Buch gefallen?

  • Leser, die einen spannenden und locker geschriebenen Roman bevorzugen
  • Leser, die auf einen Lottogewinn oder größeren Geldfund hoffen
  • Leserinnen, die von ihrem Partner hinters Licht geführt worden sind

Für wen wäre dieses Buch eher nicht geeignet?

  • Leser, die unter Aquaphobie leiden
  • Leser, die blutrünstige Thriller bevorzugen

Bibliografisches

Something in the Water - Im Sog des Verbrechens. Ein Thriller von Catherine Steadman

Bibliografisches zu dem Buch „Something in the Water“

  • Titel: Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
  • Originaltitel: Something in the Water
  • Autor: Catherine Steadman, Stefan Lux (Übersetzung)
  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (2. Juli 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492235298
  • ISBN-13: 978-3492235297
  • Preis Stand August 2019: 8,99 Euro (Kindle), 10,00 Euro (Taschenbuch), 9,99 Euro (Audio-CD, gelesen von Tanja Fornaro)
  • Bestelllink Amazon

(Alle Angaben ohne Gewähr)

Dieses Buch wurde mir kostenlos vom Piper Verlag zur Verfügung geschickt. Dies hat meine Meinung nicht beeinträchtigt. Trotzdem vielen Dank!


Mit dieser Rezension beteilige ich mich an Daggis Buchchallenge 2019, Aufgabe 45: Lese ein Buch, in dem der Protagonist sich auf einer Insel befindet.


Habt ihr Something in the Water auch schon gelesen? Wie war euer Eindruck?

Something in the water im sog des verbrechens

Alle Fotos: Something in the Water – Ein Thriller von Catherine Steadman ©sabienes.de
Text: Something in the Water – Ein Thriller von Catherine Steadman ©sabienes.de

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Zusammenfassung
Datum
Gegenstand
Something in the Water - Ein Thriller von Catherine Steadman
Bewertung
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