Sommer der Gaukler – Ein Film von Marcus H. Rosenmüller

30. Dezember 2011 0 Von Sabiene
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sommer der gaukler

Sommer der Gaukler – Ein Historienfilm von Marcus H. Rosenmüller

Völlig abgebrannt strandet 1780 der Theaterdichter und Schauspieler Emanuel Schikaneder (Max von Thun) mit seiner Wanderbühne in einem Bergdorf in der Nähe von Salzburg. Dort wird ihm und seiner Truppe keine Auftrittsgenehmigung erteilt und so hängen sie in diesem Kaff fest und warten auf den großen, berühmten Mozart.
Und während dieser mental an einer Schreibblockade leidet, macht sich zum einem sein Schauspielerkollege Wallerschenk (Nicholas Ofczarek) an seine Frau (Lisa Maria Potthoff) ran. Hingegen hat die Dorfbevölkerung derweilen Besseres zu tun. Denn die hiesigen Bergleute gehen auf die Barrikaden und streiten mit dem Bergwerksbetreiber um bessere Arbeitsbedingungen.
Das einzige, was der Theatertruppe und der Ortschaft vor dem völligen Zusammenbruch noch helfen würde, wäre ein Auftritt vor der Bevölkerung.
Und wenn doch Mozart endlich vorbei käme und sie spielen sähe!

Emanuel Schikaneder

Der Schauspieler, Sänger, Theaterdirektor und Dichter Emanuel Schikaneder (eigentlich Johann Joseph Schikaneder) lebte von 1751 – 1812 im bayerisch-österreichischem Raum.
Tatsächlich lernte er während eines unfreiwilligem Aufenthalts in einem Dorf bei Salzburg, wo er Wolfgang Amadeus Mozart kennen lernte.
Er schrieb für ihn das Libretto der Oper „Die Zauberflöte“, ein für die damaligen Verhältnisse ein skandalöses Werk.

Sommer der Gaukler – Meine Meinung

Mit diesem Film hat der Regisseur Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“) einem der kreativsten Köpfe der damaligen  Zeit ein verdientes Denkmal gesetzt.

Und genauso, wie sein Protagonist immer wieder zwischen Wirklichkeit und Theaterfantasie zu wandeln scheint, lässt er den Zuschauer von Anfang an auf dem schmalen Grad dieser Geschichte entlang gehen.

Dabei lässt er Max von Thun einen grandiosen Wirrkopf spielen, der sich mit einem extravaganten Gehabe auszeichnet, das leider ein wenig zu sehr an Käptn Jack Sparrow erinnert. Überhaupt hat Rosenmüller für diesen Film eine Reihe von großaartigen deutschsprachigen Schauspielern gecastet. Und das beste ist: Keiner heißt Veronika Ferres oder Till Schweiger!

Einmal wieder war Gerd Baumann für die Musik zuständig und wollte wohl neben Mozart nicht allzu sehr konkurrieren. Er durfte sich aber an einem Blues der Bergleute austoben. Diese Szene ist zwar fast genial, wirkt aber leider ein bisschen wie ein Fremdkörper.

Aber alles in allem ist dies ein bunter, lebenslustiger und interessanter Film, er ist leicht und tiefgründig zugleich – ganz im Stil des Rokoko.
Alles Schauspieler liefern eine großartige Spielleistung ab, Bühnenbild und was sonst noch zur Staffage gehört, sind großartig.

Bei diesem Film handelt es sich übrigens um eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Hültner, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat.

Fazit:

Mit dem Werk „Der Sommer der Gaukler“ ist Rosenmüller ein gut gemachter, manchmal experimentell gestalteter Historienfilm gelungen.
Leider zählt dieser Film zu den Werken Rosenmüllers mit dem geringsten Erfolg. Eigentlich unverständlich, denn es gibt auch von diesem Regisseur Arbeiten, die mir gar nicht gefallen. Aber an seinen großen Erfolg „Wer früher stirbt, ist länger tot“ kommt er wohl nur ganz schwer heran.

Die Einschlafquote lag bei 1 auf meiner persönlichen Skala von 0-5.

Hier wäre dann noch der Filmtrailer zum Herzeigen. Ihr werdet gleich merken, dass in diesem Film ein ganz bodenständiges Bayerisch gesprochen wird.

Filmografisches:

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Filmografisches zu dem Film „Sommer der Gaukler“

  • Titel: Sommer der Gaukler
  • Produktionsland: Deutschland, Österreich
  • Originalsprache: Deutsch
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Länge: 110 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 6
  • Regie: Marcus H. Rosenmüller
  • Drehbuch: Robert Hültner, Klaus Wolfertstetter
  • Besetzung:
    • Max von Thun: Emanuel Schikaneder
    • Lisa Maria Potthoff: Eleonore Schikaneder
    • Nicholas Ofczarek: Wallerschenk
    • Michael Kranz: Alfons
    • Anna Maria Sturm: Babette Paccoli
    • Erwin Steinhauer: Franz Paccoli
    • Maxi Schafroth: Georg Vester
    • Butz Ulrich Buse: Richter
    • Anna Brüggemann: Magd Maria
    • Fritz Karl: Baron von Playen
    • Martin Weinek: Wirt Kolber
    • Christian Lerch: Vorarbeiter
    • Rainer Haustein: Bergmann Hassl
    • Florian Teichtmeister: Wolfgang Amadeus Mozart
    • und andere
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(Alle Angaben ohne Gewähr)

Alle Fotos: Sommer der Gaukler – Ein Film von Marcus H. Rosenmüller ©sabienes.de
Text: Sommer der Gaukler – Ein Film von Marcus H. Rosenmüller ©sabienes.de

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Sommer der Gaukler - Ein Film von Marcus H. Rosenmüller
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