Schlagwort: krieg

Jahre unseres Lebens – Fundstück aus dem Bücherregal meiner Oma

Ein Fundstück der besonderen Art fiel mir nach dem Tod meiner Oma in die Hand. In ihrem Bücherregal entdeckte ich den Bildband „Jahre unseres Lebens“ von Hilmar Pabel aus dem Jahr 1954. Für mich enthält dieses für die damalige Zeit höchst professionell gestaltete Buch wichtige Zeitdokumente in Wort und Bild aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Ich habe es noch nie geschafft, dieses Buch von Anfang bis zum Ende durchzulesen, weil mich die Fotos wirklich sehr mitnehmen. Dennoch möchte ich euch heute diesen Band im Rahmen der Aktion Punkt, Punkt, Punkt einmal vorstellen.  Hilmar Pabel Der Pressefotograf Hilmar Pabel (1910-2000) arbeitete während des Zweiten Weltkrieg als Kriegskorrespondent. Als Fotograf einer Propagandakompanie fotografierte er unter anderem das Ghetto von Lublin. Nach dem Krieg wurde er für seine Fotoreportagen von den Schauplätzen des Vietnamkriegs und des sowjetischen Einmarsch in Prag bekannt. Seine Tätigkeit während des Nationalsozialismus sollte man nicht aus den Augen verlieren,…

Von Sabiene 23. Juli 2017 12

Finsterland, eine Biografie von Viktor Niedermayer [eine Rezension]

Viktor wächst während des Dritten Reichs in Straubing, am Fuß des Bayerischen Walds auf. Anfänglich ist für ihn die Welt akkurat aufgeteilt: Die einen haben den Hitler an der Wand hängen, die anderen die Muttergottes Maria. Und ein bisschen gefallen dem kleinen Jungen schon die markigen Sprüche voller Tatendrang und Heldenmut. Aber er ist ein echter Lausbub und rennt lieber draußen herum und spielt Streiche, als das er sich irgendwelchen Zwängen unterwirft. Er beobachtet die Veränderungen in seiner Nachbarschaft, seinem Freundeskreis und seiner Heimatstadt. Er muss der Hitlerjugend beitreten, fühlt sich dort aber nie wohl. Kurz vor Ende des Kriegs muss er in den Alpen versprengte Partisanen jagen. Und kehrt nach Kriegsende zurück in seine zerstörte Heimat, in das Finsterland. Viktor Niedermayer Viktor Niedermayer, Jahrgang 1926, arbeitete als Sportpädagoge in Johannesburg und Vancouver, als Trekkingführer im Himalaya und in der Schweiz, wo er auch noch heute lebt. Der vorliegende Roman…

Von Sabiene 28. September 2015 4

Das Tribunal – Der neueste Thriller von John Katzenbach

1942, mitten im 2. Weltkrieg, kommt Thomas Hart, Mitglied der amerikanischen Luftwaffe in das deutsche Kriegsgefanenenlager Stalag Luft 13. Der junge Mann, der vor seiner Einberufung in Harvard Jura studierte, versucht der Monotonie des Lagerlebens zu entkommen, in dem er sich mit Hilfe juristischen Fachbüchern weiterbildet und mit zwei Mithäftlinge, beides erfahrene Juristen über berühmte Fälle debatiert. Im Verlauf der ganzen Kriegshandlungen bekommt das Lager einen neuen Insassen, den Kampfpiloten Lincoln Scott. Scott ist groß, kräftig, intelligent, zornig – und schwarz. Schon bald wird er von den weißen Insassen, besonders denen, die aus dem amerikanischen Süden stammen, gemobbt. Allen voran ein gewisser Trader Vic, ein aus Georgia stammender Pilot, der einen lukrativen Schwarzmarkthandel im Lager betreibt. Eines morgens wird Vic tot im Abort gefunden, mit Lincoln Scott ist der Schuldige sofort bestimmt. Der junge Hart soll dessen Verteidigung vor dem Kriegsgericht übernehmen und bringt sich und seine beiden, beratenden Mitjuristen…

Von Sabiene 17. Februar 2015 4

Breaking News – Die Rezension des Bestsellers von Frank Schätzing

Anfang des letzten Jahrhunderts begannen die jüdischen Einwanderer in dem damaligen britischen Protektorat unter Entbehrungen die ersten Siedlungen aufzubauen. Erzählt wird die Geschichte der Familien Kahn und Scheinermann, deren Sohn Ariel seinen Nachnamen in Sharon ändert und später Ministerpräsident des Staates Israel wird. In der Gegenwart: Nach einem Desaster während eines Einsatzes in Afghanistan jagt der ehemals gefeierte, nun abgehalfterte Journalist Tom Hagen erbärmlichen Storys im Nahen Osten hinterher. Da erhält er in Jerusalem die Chance, an geheime Akten heranzukommen und gelangt unversehens ins Visier mehrere israelischer Geheimorganisationen. Das ganze klingt nach einer guten Story und nach den Breaking News, von denen jeder Journalist nur träumen kann. Frank Schätzing Der ehemalige Werbefachmann Frank Schätzing schrieb mittelprächige Lokalkrimis bis er 2005 mit dem Buch „Der Schwarm“ die Bestsellerlisten erstürmte. Seitdem gilt er als einer der erfolgsreichsten deutschen Schriftsteller. Meine Meinung Schätzing scheint über Wochen hinweg etlichen (danach entnervten) Auslandkorrespondenten auf Schritt und…

Von Sabiene 30. April 2014 2

Tanguy: Elegie der Nacht – Ein Roman von Michel del Castillo

Dies ist die Geschichte des kleinen Jungen Tanguy, der verlassen von seinen Eltern in die Mühlen des spanischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs gerät. Er wächst in verschiedenen Internierungslagern auf und wird in ein deutsches Konzentrationslager verschleppt. Nach dem Ende des Krieges kommt er in einem von Mönchen geleiteten Waisenhaus, in dem das Leben fast noch brutaler ist, als in den Lagern zuvor. Früh lernt er Todesangst, Gewalt, Demütigung und Hunger kennen. Der Autor Michel del Castillo Michel del Castillo, Jahrgang 1933, ist der Sohn eines Franzosen und einer spanischen Literatin aus Madrid. 1938 musste er mit seiner Mutter vor den Franco-Truppen nach Südfrankreich fliehen. Dort wird er 1942 von der Deutschen Wehrmacht von seiner Mutter getrennt und als Jude in das KZ Mauthausen verschleppt. Später kam er in ein streng geführtes spanisches Kinderheim. Dort herrscht ein noch schlimmeres Klima, als in den Lagern zuvor. Tanguy: Elegie der Nacht –…

Von Sabiene 10. August 2012 0

Ich ging durchs Feuer und brannte nicht von Edith Hahn Beer

Gestern, am 8. Mai jährte sich das Ende der Nazi-Diktatur und des 2. Weltkriegs. Ein schöner Anlass für Fellmonsterchen von Monstermeute & Zeugs, uns in ihrem Projekt 52 Bücher die Aufgabe zu stellen, Bücher über den Nationalsozialismus vorzustellen. Ich habe mich für Ich ging durchs Feuer und brannte nicht von Edith Hahn Beer entschieden. Ich ging durchs Feuer und brannte nicht Zuerst kann keiner so recht glauben, dass mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Wien etwas Schlimmes passieren wird.Aber bald muss die junge Edith erkennen, dass sie als Jüdin immer mehr Aggressionen ausgesetzt ist.Während die Schwester gegen Lösegeldzahlungen ins Ausland fliehen kann, wird ihre Mutter in ein Vernichtungslager nach Polen verschleppt. Sie selbst kommt in ein Zwangsarbeiterlager nach Deutschland. Dort gerät sie an deutsche ‚arische‘ Papiere und heiratet den Deutschen Werner Vetter, ein eingefleischtes NSDAP-Mitglied.Die Ehe läuft nicht gut und als er erfährt, dass sie Jüdin ist, wird das natürlich…

Von Sabiene 9. Mai 2012 10