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Zwischenräume – Ein Gedicht von Kurt Tucholsky

  Hier ist mein Beitrag zum EhrenWort der Woche: Zwischenräume mit einem Gedicht von Kurt Tucholsky aus dem Jahr 1920. Das komplette Gedicht ist natürlich sehr tucholskymäßig spitz und immer neu aktuell und deswegen möchte ich es euch nicht vorenthalten. Zwischenräume Rechts und links Rechts sind Bäume, links sind Bäume, und dazwischen Zwischenräume. In der Mitte fließt ein Bach! Ach! Rechts hat man die Industriellen, welche eine Presse wellen, eine, die den Abonnenten nationale fette Enten täglich aufzubinden hat. Und so fällt denn Blatt auf Blatt in die Hände von Kartellen unsrer Großindustriellen. Und man schiebt sich dies und jenes, weils bequem is und gemeen is. Und die Aktie kommandiert – die Verwaltung salutiert. Helfferich ruft Weh und Ach … In der Mitte fließt ein Bach. Links hat man die neuen Helden, die sich schon seit 18 melden, wenns was zu vermitteln gibt. (Dies Geschäft ist so beliebt.) Barmat, Parvus,…

Von Sabiene 23. Juli 2011 0

Schwarzloch-Hochzeit und die vielen Löcher ohne Rand

Irgendwo in den unendlichen Weiten des Universums – so wurde mir berichtet – werden demnächst 2 schwarze Löcher miteinander verschmelzen. Diese Aussage wirkt auf mich ein wenig paradox. Leider wird mir der durchschnittliche Astrophysiker für dieses Phänomen eine Erklärung liefern, die ich nicht auf Anhieb verstehen werde. Kurt Tucholsky und die Schwarzloch-Hochzeit Dabei fällt mir immer wieder der Essay von Kurt Tucholsky „Zur soziologischen Psychologie der Löcher“ ein. Dort steht geschrieben: „Löcher, die sich vermählen, werden ein Eines, einer der sonderbarsten Vorgänge unter denen, die sich nicht denken lassen. Trenne die Scheidewand zwischen zwei Löchern: gehört dann der rechte Rand zum linken Loch? oder der linke zum rechten? oder jeder zu sich? oder beide zu beiden? Meine Sorgen möcht ich haben.“ Tucholsky dachte ähnlich, wie ich und ich frage mich: Warum verschmelzen zwei Löcher miteinander? Haben die nichts Besseres zu tun? Ein Loch ist doch ein Nichts, zweimal Nichts wäre…

Von Sabiene 13. März 2009 2