Versandhandel – Vom Katalog zum Onlineshop

31. Mai 2016 0 Von Sabiene
Enthält Werbelink

Zuletzt bearbeitet am/vor

versandhandel

Der Versandhandel hat Geburtstag

Eine der Besonderheiten unserer Zeit ist ja der Umstand, dass man für alles und jedes Geburts- und/oder Gedenktage formuliert. Dies mag für einige Gegebenheiten angemessen sein, aber es treten auch immer wieder etwas seltsame Jubiläen zu Tage. Wobei manche tatsächlich interessant sind.
So feiert in diesem Jahr der Versandhandel sein 130jähriges Bestehen!
Ein guter Grund, dieser Handelsform einmal einen Artikel auf Sabienes TraumWelten zu widmen.

130 Jahre Versandhandel

Im 19. Jahrhundert tat sich in Leipzig der findige Händler Carl Ernst Mey mit seinem Jugendfreund Bernhard Edlich zusammen und gründeten das Unternehmen Mey & Edlich, spezialisiert auf abknöpfbare Papierkragen und Papiermanschetten. Im Jahr 1886 gaben diese ihren ersten, bebilderten Versandkatalog für Deutschland heraus – der Traum vom großen Einkaufsglück am Küchentisch ward geboren.
Nur wenige Jahre später gründete der Fahrradhändler August Stukenbrok aus Niedersachsen einen Versandhandel für Fahrräder mit dem Slogan: „Mein Feld ist die Welt“.
Leider überlebte sein Geschäft die Weltwirtschaftskrise nicht; das Unternehmen Mey & Edlich firmiert aber noch heute und ein weiteres gut bekanntes Versandhaus ist immer noch gut im Geschäft. Anfang des letzten Jahrhunderts übernahm Josef Witt den Kolonialwarenladen seiner Schwester und sattelte mit seiner neu gegründeten Firma Witt Weiden  sehr bald auf Textilien aller Art um. Im Jahr 1907 veröffentlichte er den ersten Versandkatalog für Kunden aus nah und fern.

Das Glück im Versandhauskatalog

Als sich nach dem 2. Weltkrieg die deutsche Wirtschaft langsam wieder erholte, feierten die Versandhäuser eine kräftige Renaissance. Der Bürger hatte endlich wieder Geld in der Tasche, aber oftmals wenig Gelegenheit, es auszugeben. Gerade im ländlichen Bereich ging die Versorgung kaum über die Grundbedürfnisse hinaus und eine Shopping-Tour in der nächsten Stadt war nicht ohne weiteres möglich.

Bestellungen für die ganze Familie

Ziemlich bald kristallisierten sich einige wenige Marktführer heraus, die zweimal im Jahr den Bundesbürger mit einem Saisonkatalog beglückten. Und ja, das war früher ein wahres Glück, wenn die ganze Familie um den sperrigen, dicken Katalog saß. Dann wurden gemeinsam Wunschzettel und Bestellscheine ausgefüllt. Und wenn man dann den Betrag zusammen gerechnet hatte, wurde wieder alles gekürzt und noch mal alles verworfen. Es wurde viel diskutiert, bis letztendlich der Bestellschein per Post weggeschickt werden konnte. Kamen dann die ersehnten Pakete endlich an, war man nicht selten enttäuscht. Denn viele der in den Versandhäusern angebotenen Waren bestanden aus Eigenmarken und waren oft von schlechter Qualität. Und die Umtauschbedingungen waren damals längst nicht so generös, wie sie es heute sind.

Der moderne Onlineshop

1994 wurde der Onlinehändler Amazon gegründet, kurze Zeit später erschien Ebay auf der Bildfläche und damit weitere kleinere und größere Internetshops. Einige der etablierten Versandhäuser stellten irgendwann ihr Angebot auch in einem Onlineshop zur Verfügung, andere zögerten zu lange und verloren letztendlich den Anschluss an dieses ertragreiche Geschäft.
Dass der Versandriese Quelle samt Karstadt und Neckermann 2009 in die Insolvenz gehen musste, lag aber hauptsächlich in dem Missmanagment des Arcandor-Konzerns, dessen Manager Thomas Middelhoff 2014 wegen Untreue und Steuerhinterziehung (ein bisschen) verurteilt wurde.

Beste Preise und beste Lieferbedingungen

Auch sonst hat sich das Bild gewandelt. Ob Onlineshop oder Katalog: Der Kunde verlangt vom Versandhandel beste Preise zu besten Lieferbedingungen. Das betrifft kostenlose und schnelle Lieferungen genauso, wie eine unfreie Retourenabwicklung, es gelten besondere Verbraucherrechte und wenn irgendwas nicht passt, wird dies auf den verschiedenen Plattformen negativ bewertet. An dem Beispiel der Fa. Witt kann man erkennen, dass gute Qualität und Service sich nachhaltig in der Kundenbindung auszahlen.

Fazit

Insofern hat sich in den letzten 130 Jahren schon sehr viel im Versandhandel geändert. Uns steht eine fast unendlich große Produktpalette zur Verfügung, die wir aus aller Welt bestellen können (wenn der Zoll damit einverstanden ist). Wir können zu den günstigen Preisen einkaufen und schnell wieder bei Nichtgefallen die Ware umtauschen. Und das alles mit einem Mausklick!
Natürlich hat diese Entwicklung auch ihre Schattenseiten. Im Onlinegeschäft sind einige Betrüger unterwegs und der Einzelhandel vor Ort stöhnt ein bisschen über die übergroße virtuelle Konkurrenz. Dabei finden wir hier unter Umständen etwas, das wir trotz Showrooms und Stylingberater in den Onlineshops nicht haben können: Nämlich die Beratung und den Service!

Foto: Versandhandel – Vom Katalog zum Onlineshop ©sabienes.de
Text: Versandhandel – Vom Katalog zum Onlineshop ©sabienes.de

pinit fg en rect red 28 - Versandhandel - Vom Katalog zum Onlineshop

Zusammenfassung:
Versandhandel - Vom Katalog zum Onlineshop
Titel
Versandhandel - Vom Katalog zum Onlineshop
Beschreibung
Vor 130 Jahren kam der erste Bestellkatalog für abknöpfbare Papierkragen heraus, dies legte den Grundstein für den Versandhandel weltweit
Autor